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06.10.2019, 00:10 Uhr
Volksbegehren Artenschutz - Das Aus für Trollinger und Bodenseeapfel?
Senioren-Union lud zum Gespräch mit Minister Peter Hauk MdL ein

Umweltpolitik und Klimaschutz – diese Themen bewegen nicht nur die Jugend, sondern auch die ältere Generation. Eine von der Senioren-Union der CDU veranstaltete Diskussion rund um die regionale Agrarpolitik sowie das aktuelle „Volksbegehren Artenschutz“ fand daher lebhaften Zuspruch.
Gastredner der Veranstaltung, die am 2. Oktober 2019 in Ludwigsburg stattfand, war Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, Landtagsabgeordneter der CDU. Hauk warb eindringlich für den Erhalt der regionalen landwirtschaftlichen Produktion, mahnte aber auch die Entwicklung von Strategien an, die dem Klimawandel Rechnung tragen.

Bild: Susanne Engel/SU Ludwigsburg
Das „Volksbegehren Artenschutz“ werde allerdings das Land kaum in die Zukunft tragen können, sondern – im Gegensatz zum erklärten Ziel – die Kulturlandschaft Baden-Württembergs eher gefährden und die Artenvielfalt bedrohen, stellte Hauk fest. „Pro Biene wird langfristig kontra Biene“, sagte der Landwirtschaftsminister. Unsere heute angebauten Kulturpflanzen seien das Ergebnis intensiver Züchtungen und damit hochsensibel. Sie seien nicht so widerstandsfähig wie Wildpflanzen und daher auf Pflanzenschutzmittel angewiesen. Ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln käme nicht nur dem Verlust unserer Agrarkultur gleich, sondern bedeute das Aus für württembergische Weine, für Bodenseeäpfel und andere regionale Produkte.

Wo Kulturlandschaften wegbrechen, bleibe in der Folge auch die Artenvielfalt auf der Strecke. Zu beobachten sei dieses Phänomen beispielsweise schon jetzt an Stellen, wo nicht mehr rentable Weinberge stillgelegt wurden. Hier seien nicht nur Pflanzen, sondern auch Insekten verschwunden, berichtete Hauk.

Die Warnung an die Unterstützer des Volksbegehrens war unmissverständlich: Die Verbrauchernachfrage nach Bioprodukten sei viel zu gering, um wie gefordert die ökologische Landwirtschaft mengenmäßig zu verdreifachen, sagte Hauk. Der Wegfall regional produzierter landwirtschaftlicher Produkte würde zu einem erhöhten Angebot an Import-Lebensmitteln aus dem Ausland führen. Aber ob Früchte aus Osteuropa und Wein aus Übersee wirklich im Sinne der Menschen seien, die für Artenschutz plädieren?

In der Diskussion zeigte sich: Die zukünftige Umwelt- und Klimapolitik erfordert von uns allen ein neues Bewusstsein und Umdenken. Bestehende Strukturen in der Land- und Forstwirtschaft gehören genauso auf den Prüfstand wie das eigene Einkaufsverhalten. Doch jede Maßnahme muss zugleich sozialverträglich sein und darf sich nicht gegen die Menschen richten, die in den jeweiligen Bereichen oft unter nicht einfachen Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Senioren-Union der CDU, Kreis Ludwigsburg, plädiert für Entscheidungen mit Augenmaß und Weitblick.

Reinhild Berger
CDU Senioren-Union KV Ludwigsburg

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