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13.10.2018, 22:46 Uhr
Natur und Kultur im Burgenland
Die Senioren-Union Ludwigsburg und Umgebung im Dreiländereck Österreich, Ungarn, Slowakei
 

Sieben Tage lang außergewöhnliche Kultur- und Naturerlebnisse bot eine perfekt organisierte und glänzend verlaufene Gruppenreise der Senioren-Union. Am ersten Tag ging die Fahrt bis Marz, ca. 30 Kilometer westlich des Neusiedler Sees, wo die Gruppe im idyllischen Tal des Marzerbachs, umgeben von bewaldeten Hügeln, für die gesamte Reisedauer ihr Quartier bezog.


Bild: Susanne Engel (Senioren-Union LB und Umg.)
Am zweiten Tag startete das abwechslungsreiche und überaus vielfältige Ausflugsprogramm in das nahe Burgenland. Erstes Ziel war das charmante Eisenstadt, die kleinste Landeshauptstadt Österreichs. Ein Besuch der Bergkirche, als „Haydnkirche“ bekannt, sowie vom Eisenstädter Schloss Esterhazy – eines der schönsten österreichischen Barockschlösser – gaben Einblick ins glanzvolle Leben am Hofe des Fürsten Esterhazy. Joseph Haydn war fast 30 Jahre lang Kapellmeister an dessen Hof und prägte das musikalische Leben der damaligen Zeit. Haydn selbst ließ sich vom barocken Glanz des Schlosslebens und seiner besonderen Atmosphäre künstlerisch inspirieren.

 

Nach so viel Berührung mit klassischer Musik war es kein Wunder, dass der Reisetag beschwingt weiterging: Am Abend stand ein Besuch der Seefestspiele in Mörbisch am Neusiedler See auf dem Programm. Dort erlebte die Reisegruppe auf der einzigartigen Seebühne eine unvergesslich traumhafte Aufführung der beliebten Operette „Gräfin Mariza“. Eine gigantische Geige von 45 Metern Länge und 14 Metern Höhe bot die Kulisse für die Darbietung, die mit vielerlei technischer Raffinesse Bühne und Landschaft genial miteinander verschmelzen ließ. Alle Reiseteilnehmer waren begeistert von diesem außergewöhnlichen Erlebnis. Besonders faszinierend war der Vollmond, der während der Aufführung über der Bühne stand und die Umgebung in romantisches Mondlicht tauchte.

 

Der dritte Reisetag brachte erholsame Stunden in herrlicher Natur rund um den Neusiedler See. Doch zunächst fuhr der Bus an die Stelle der österreichisch-ungarischen Grenze, an der im September 1989 der „eiserne Vorhang“ fiel und DDR-Bürger in den Westen ausreisen durften. Heute ist die Grenze frei zu passieren – ein alter Grenzposten ist noch zu besichtigen. Danach ging es gemütlich mit dem Schiff entlang des Schilfgürtels am Seeufer von Mörbisch nach Illmitz. Es schloss sich eine unterhaltsame Pferdekutschfahrt an, die durch den pusztaähnlichen Nationalpark Seewinkel zu den für diese Gegend typischen weißen Eseln führte.

 

Der Neusiedler See zeichnet sich durch seine einzigartige Fauna und Flora aus. Seit 25 Jahren besteht ein nach Ungarn grenzüberschreitender Nationalpark, der auch zum UNESCO-Welterbe gehört. Die internationale Bedeutung dieses Naturraums liegt unter anderem auch in seiner unverzichtbaren Funktion für den europäisch-afrikanischen Vogelzug. Hier rasten, fressen oder mausern abertausende, mehr als einhundert Arten Zugvögel auf ihrem Weg zwischen Winterquartier und Brutplatz.

 

Am vierten Tag ging es grenzüberschreitend weiter: Nach einer Führung auf der Burg Forchtenstein, eines der bedeutendsten Wahrzeichen des Burgenlandes, war das ungarische Sopron das nächste Ausflugsziel. Auf einem Stadtspaziergang mit der Reiseleitung wurde schnell klar: Sopron ist ein historisches Schmuckkästchen! Das dem denkmalgeschützten Rathaus gegenüberstehende Stornó-Haus mit seiner erhabenen Architektur und der barocken Fassade ist eines der berühmtesten Gebäude der Stadt. Auch die Dreifaltigkeitssäule ist ein Meisterwerk der ungarischen Barockkunst und die Ursulinenkirche in neugotischem Stil ist eines der prächtigsten Baudenkmäler des vergangenen Jahrhunderts.

 

Am Nachmittag folgte dann ein Besuch im „ungarischen Versailles“ mit einem weiteren Esterhazy-Schloss im ungarischen Fertöd. Das Schloss, dessen Glanzzeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lag, zählt zu den größten Rokokoschlössern Ungarns, ist Teil des Weltkulturerbes und gleichzeitig in den Nationalpark Fertö-Hansag eingebunden. Zu Lebzeiten des prachtliebenden Nikolaus Esterhazy verkehrten hier die Familien des europäischen Hochadels. Esterhazy war hier in Freundschaft mit Joseph Haydn verbunden, der – wie bereits erwähnt – in seinen Diensten stand. Zu den heutigen Sehenswürdigkeiten der Residenz gehören das schmiedeeiserne Tor, der Paradeplatz mit dem Springbrunnen, die in ihrer ursprünglichen Schönheit erstrahlenden Wohnräume, die Kapelle, das Marionettentheater und die einstige Wohnung von Haydn, das Musikhaus.

 

Der nächste Reisetag begann mit einem Besuch der deutschen Kriegsgräberstätte Mattersburg, auf der mit 2.575 Toten des Zweiten Weltkrieges alle bisher im Burgenland geborgenen deutschen Gefallenen ruhen. Die Anlage besteht seit 1972. Die weite Gräberfläche mit Natursteinkreuzen wird überragt von einem sechs Meter hohen Hochkreuz. Nach einer besinnlichen Würdigung der Gedenkstätte ging es weiter nach Heiligenkreuz in das weltweit einzige Zisterzienserkloster, das seit Gründung ohne Unterbrechung besteht. Die heute dort lebenden Mönche sind seit 2008 durch ihre Chant-CDs bekannt geworden, auf denen jahrhundertalte Gregorianische Choräle erklingen. Die Reisegruppe hatte die Gelegenheit, nach der Führung durch das Kloster an einem Hochgebet der ca. 30 Mönche teilzunehmen und ihren Gesang zu hören.

 

Weiter ging es mit einem Besuch von Schloss Mayerling, dem ehemaligen Jagdschloss des Kronprinzen Rudolph, der hier als 30-Jähriger auf tragische Weise 1889 zusammen mit seiner 17-jährigen Geliebten den Tod fand. Sein Vater, Kaiser Franz Joseph I, ließ das Jagdschloss nach der furchtbaren Tragödie in ein Karmelitinnenkloster umbauen. Bei einer Führung konnte man die Elisabethkapelle besichtigen und in die dramatisch-traurige Geschichte rund um den „Mythos Mayerling“ eintauchen. Durch das schöne Helenental führte die Fahrt weiter nach Baden bei Wien, wo man beim Flanieren durch die Fußgängerzone kaiserliches Flair genießen konnte, bevor es zum Tagesabschluss in Bad Vöslau ein köstliches Abendessen mit typisch österreichischen Backhendl gab.

 

Der letzte Ausflugstag führte noch einmal über die Grenze, und zwar in die Hauptstadt der Slowakei, nach Bratislava. Die zugleich historische und modern-pulsierende Stadt liegt malerisch am Fuß der Kleinen Karpaten und an beiden Ufern der Donau. Auf einem Stadtrundgang mit einer sehr guten Gästeführerin konnte sich die Reisegruppe vom Charme der romantischen Altstadt mit ihren Gässchen und Sehenswürdigkeiten verzaubern lassen. Weiter ging es zur Burg Bratislava, im Barockstil erbaut und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Zerstörung wieder sorgfältig restauriert. Vom Burghof aus hatte man eine wunderbare Aussicht auf die drei Donaubrücken der Stadt. Am Nachmittag stand eine Weinprobe im österreichischen Rust, der Stadt der Störche, auf dem Programm, wo sechs hervorragende Weine des Burgenlandes verkostet werden konnten.

 

Nach einer so erlebnis- und genussreichen Zeit hieß es Abschied nehmen vom Dreiländereck Österreich – Slowakei – Ungarn. Am nächsten Tag ging es vorbei am Kloster Melk und über Bad Füssing, wo Zeit für eine Mittagspause war, wieder zurück nach Ludwigsburg. Alle Reiseteilnehmer waren sich einig: Das war eine unterhaltsame, vielleicht manchmal ein wenig anstrengende, aber doch sehr bereichernde und rundum gelungene Reise mit großartigen Erlebnissen.

 

Reinhild Berger

Senioren-Union Ludwigsburg und Umgebung

 

 

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